‚Wenn er doch hier wäre! Wenn er bald wiederkäm’!‘ Das war der Stoßseufzer, der sich stündlich von Bäbbis Lippen rang; mit einer verzehrenden, krankhaften Sehnsucht gedachte sie seiner, Tag und Nacht. Schwer wie die Bürde ihres Leibes, schleppte sie ihr Leben hin. ‚Wär’ er nur wieder da!‘
In der Ecke ihrer Kammer machte sie mit Rötel jeden Abend einen Strich an die Wand — wieder ein Tag vorüber! Noch hundertzwei Tage, dann kam er!
Die Sichel in der Hand, auf den Knieen liegend, starrte das junge Weib traumverloren in den blendenden Sonnenflimmer.
Nebenan auf der Stoppel pflügte die Tina Pötsch. Sie hatte ihre beiden jüngeren Geschwister, den dreizehnjährigen Karl und die vierzehnjährige Billa in den Pflug gespannt; nur wenige im Dorf konnten sich den leisten, die meisten arbeiteten den Acker mit der Hacke um. Stolz schwang sie die Peitsche, mit einer besonderen Wollust hieb sie sausend durch die Luft. Das Schnurende traf Villa am Hals, mit einem Aufschrei drehte die sich um.
Tina lachte.
„Waart, dau frech Dingen,“ kreischte die jüngere wütend.
Tina lachte noch immer.
„Hü, hott, meine Peerdches!“
„Ech sein net dein Peerd!“ Billa warf sich in der Furche nieder.
„Hü, hott! Willste ziehn?!“