Draußen kracht der Donner. Kanonenschüsse feuert er durch’s Thal, von einem Ende zum andren.
„Gegrüßet seist du, Maria — hilf, hilf, heiliger Donatus!“
„Meerstern, ich dich grüße,
Gottes Mutter süße — —“
Der Tag ist schwarz wie die Nacht, in den Winkeln der Kirche hockt grauliche Dämmerung. Jetzt bebt der alte Bau — jetzt loht ein feuriger Blitz durch die Dunkelheit, noch feuriger durch das bunte Glas des Fensters, darauf das Bildnis des heiligen Donatus steht, mitten zwischen Blitzen. Ein gellendes Aufkreischen drinnen antwortet der dröhnenden Stimme draußen, immer lauter wird das Murmeln, immer rascher bewegen sich die Lippen.
„Heiliger Donatus, ech grüßen dech, gelowt seist du!“
„Maria, Moddergotts, bitt for ons!“
„O Maria, ech grüßen dech, dreiunddreißigtausendmal!“
Die Stirnen neigen sich bis auf die Fliesen; Gelöbnisse, Versprechungen werden den Wunderthätigen gemacht.
Sie brauchten nicht allzulange mehr zu beten; so rasch wie es gekommen, so rasch ließ das Unwetter nach, es zog über die Berge ab in einem Hui. Vor der Kirchthür gackerten schon wieder die Hühner und scharrten nach Würmern, Spatzen schirpten vergnügt und lupften das nasse Gefieder. Die Jauche floß, durch den Regen von den Misthaufen weggespült, quer über die Gasse; aber am blauen Himmel stand schon wieder die Sonne und lachte.
Sie knixten und bekreuzten sich noch einmal an der Kirchthür und tunkten den Finger in’s steinerne Weihwasserbecken.