Lebhaft kniete sie nieder, legte das Packet sacht auf’s weiche Moos und begann es aufzuschnüren. „Dau sollst dein blao Wonner siehn,“ schwatzte sie dabei, „su ebbes Schienes! Kuck ehs hei, Pittchen! Kuck ehs!“ Sie schlug die Hände zusammen in eitel Glückseligkeit und lachte wie ein Kind.
Da lag ein schöner roter Flanellunterrock und schimmerte grell auf dem dunklen Moos. Und daneben eine Tändelschürze von schwarzem Seidenstoff, unten mit bunter Blumenguirlande bestickt.
„Haste su ebbes schuns gesiehn?“ stammelte sie entzückt; und dann griff sie mit beiden Händen zu und hielt sich das viel zu kleine Seidenläppchen vor den starken Leib. „Wat werden se saon!“ Sie jauchzte förmlich.
Er staunte auch über die Pracht, aber zugleich ergriff ihn eine plötzliche Unruhe, ein jähes Unbehagen — wie kam die Zeih dazu?
„Wuhär haste dat?“ fragte er finster.
Sie lachte fröhlich: „Geschenkt kritt!“
„Geschenkt kritt?“ wiederholte er. „Von deim Tant doch sicher net; on dein Modder haot sälwer neist!“ Er sah sie lauernd von der Seite an.
„Olau, von dänen — nä!“ Nun lachte sie, daß sie sich schüttelte. „Von dänen, su ebbes Schienes?! Hahahaha!“
„Von wäm dann?“ fuhr er sie an.
„Olau, dau domm Pittchen,“ — noch immer lachend stieß sie es heraus — „von dem Hähr Reisenden, von dem freindlichen Hähr! Von wem annerschter?!“