Er machte eine einladende Handbewegung: „Steigen Sie nur auf, schöne Frau!“ Zu Pittchen sprach er mit Gönnermiene. „Für Sie ist auch noch Platz, Miffert!“
Peter schielte ihn von unten herauf an. „Willste met de grußen Hähren Kerschen äßen, maach, datste de Steiner net an dän Koap kriehst — nä, merci!“
„Was wollen Sie damit sagen?“ Der Gendarm verstand den Dialekt noch nicht und witterte immer gleich eine Verhöhnung der Obrigkeit. Er versuchte seinem harmlosen Knabengesicht einen martialischen Ausdruck zu verleihen und zwirbelte den Schnurrbart aufwärts. „Nanu, was wollen Sie damit sagen?“
„Neist!“ Pittchen sah ihn unbefangen, etwas blöde an, aber in seinem Innern kochte es: ‚Waart, dir spielen ech aach als en Possen!‘ „’n Aowend!“ Er zog Zeih unwiderstehlich mit sich fort.
„Tappert,“ brummte der Gendarm, als er ihnen nachsah. ‚Tappert,‘ das war ungefähr das einzig Eiflerische, was er bis jetzt gelernt; es war gleichbedeutend mit dem hochdeutschen ‚Dummes Luder‘, und wurde hier bei den ‚dämlichen Bauern‘ mit Vorliebe von ihm angewendet.
„Autsch, reiß mech doch net e su,“ schmollte Lucia, als sie ein Stück weiter weg waren. Sie blieb stehn und sah sich um. „Wat soll eweil dän Hähr Schandarm denken?! Jesses, laoß mech doch los!“
Er hatte sie unsanft am Handgelenk gefaßt, sie machte sich frei, mit Thränen in den Augen. „Autsch, ech giehn jao schuns allein! Laoß los! Ech haon e su als schuns schwer zo schleppen, et es mer net kommod!“
Schweigend nahm er ihr das Kind ab, dieses ganz in ein großes Tuch gewickelte Bündel; nun trug sie nur noch ein Packet, das war verschnürt, und sie trug es mit besondrer Sorgfalt.
„Wat haste lao?“ brummte er.
„Raot ehs!“ Ihr Gesicht hellte sich schon wieder auf, ihre Augen glänzten vor Vergnügen. „O su ebbes Schienes, su ebbes Wonnerschienes! Waart, Pittchen, ech zeigen et der!“