Jetzt Lachen — das war die Zeih!

Mit einem Satz war er unter den Fichten. Richtig, die Zeih saß auf der Moosbank und neben ihr — traute er denn seinen Augen recht? — neben ihr saß ganz gemütlich der schöne Gendarm von Oberkail!

„Zeih!“ Er rief es so laut, daß der friedliche Gaul einen Satz machte und das Josefchen gellend aufschrie.

„Aha, der Herr Gemahl,“ sagte der Gendarm und legte höflich die Hand an den Helm. In seinem vollwangigen Milch- und Blutgesicht vertieften sich zwei Grübchen. Er hatte nicht umsonst bis zuletzt als Unteroffizier bei der Garde in Berlin gestanden, er wußte, daß man gegen die Männer hübscher Frauen artig zu sein hat, und wären es auch die größten Lumpe und Lüderjahne.

„Na, Herr Miffert,“ — er rückte in die Ecke der Bank und legte das Seitengewehr über die Kniee — „wollen Sie nicht Platz nehmen?“

„Nä,“ sagte Pittchen kurz. „Komm, Zeih!“ Er sah sie zornig an; sie schien das gar nicht zu bemerken; umständlich nahm sie von dem Gendarm Abschied und lächelte ihn an, die Lippen dabei spitzend, daß ihr Pittchen am liebsten einen Schlag drauf gegeben.

„Merci, merci, Hähr Schandarm, et waor e su freindlich, dat Sie mech metgeholt haon. Pittchen, bedank dech aach ehs. Dän Hähr Schandarm waor zo Manderscheid, hän haot mech invitiert, met uf dem Wägelche redur zo faohren. Duh haon ech et kommod gehaot!“ Sie lachte vergnügt.

Peter sagte kein Wort.

Der Gendarm erhob sich und steckte zwei Finger hinter den mittleren Brustknopf der Uniform. „Ich hab’s Ihnen schon gesagt, wenn Sie den Umweg über Großlittgen nicht scheuen, schöne Frau, können Sie auch noch weiter mitfahren. Habe da noch Wichtiges zu thun; unser einem wird zu viel aufgepackt, keine Minute Pause, strammen Dienst bis zum späten Abend. Für mein schweres Geld hab’ ich mir den Wagen vom Pauly genommen, nur um keine Zeit zu verlieren.“ Er gab sich ein sehr wichtiges Aussehen.

Lucia sah ihn mit offnem Mund bewundernd an.