Da rannte er in den Wald hinein, was hast du, was kannst du. Hinter sich hörte er das Rufen der Weiber. Mischte sich nicht jetzt auch Tinas Stimme darein? — Lachen, Schreien, nun verfolgende Tritte!

Er verließ den Weg und sprang über den Graben, quer durch’s Unterholz, daß dürres Reisig knickte und krachte und überhängende Zweige ihm in’s Gesicht stachen.

Es peitschte ihn mit Ruten; er rannte, daß ihm der Schweiß ausbrach.

Immer glaubte er, rufende Stimmen zu hören; wie mit Armen griff es nach ihm, heißer Atem blies ihm in’s Genick, Röcke rauschten und raschelten — hochatmend hielt er endlich inne. Ach, das war ja nur der Buchenwald, der rauschte so!

Erleichtert sah er um sich. Das Tannendickicht hatte nun ein Ende; unter den grünen luftigen Buchen war’s weit heller, sanftes Licht floß an den glatten Stämmen nieder, und die Blätter regten sich traulich flüsternd im Abendwind.

Er suchte den Weg wieder auf, rückte sich den Rock zurecht und schlenkerte die Mütze aus, Tannennadeln und dürre Zweiglein hingen daran.

Kam die Zeih denn noch nicht?! Er hatte sich verspätet, aber sie scheinbar noch viel mehr. — Der würde er aber einen schönen Empfang machen, die Lust sollte ihr vergehen, sich so spät im Wald herumzutreiben!

Da war ja der Kaisergarten. Da zweigte der Weg nach Großlittgen ab, und da, unter dem Trupp himmelhoher Fichten, die abgegrenzt mitten im Buchengrün sich hoben, stand die Moosbank, so recht ein Versteck für Liebespaare.

Er stutzte. Ein Chaischen war quer über die Straße gefahren, der braune Gaul mit hängenden Zügeln rupfte friedlich die Gräser am Grabenrand ab. Waren das nicht Pferd und Wägelchen vom Gastwirt Pauly zu Oberkail?! War der hier?!

Leises Kinderweinen schlug an Peters Ohr. War das nicht das Josefchen? Zwischen den Stämmen blinkerte eine Uniform. Wer war da?!