Aber gleich darauf packte ihn die Reue; sie schluchzte so herzbrechend, so hatte er sie noch nie gesehen. Sonst war sie immer fröhlich. Die hörte wohl nie mehr zu weinen auf!
Und hatte sie nicht recht, ging’s ihnen nicht erbärmlich genug? Hatte er ihr nichts Besseres versprochen, als er die schöne, lustige Zeih freite?! Er stand betroffen.
„Zeih,“ sagte er sanfter, und dann räusperte er sich. „Zeih!“
Wenn sie ihn auch nicht sah, nun wußte sie doch, woran sie war; sie schluchzte jetzt noch jämmerlicher und krümmte sich wie in unerträglichen Schmerzen.
„Zeih,“ sagte er ganz kleinlaut und zog ihr den Rock vom Kopf.
Sie sah ihn gar nicht an, nahm das Kind in den Arm und herzte es unter Thränen: „O dau mein Josefche, mein arm Josefche.“ Sie küßte es mit stürmischer Zärtlichkeit. Der Hut war ihr vom Kopf geglitten, das Haar hing ihr lang und wellig an den Schläfen nieder, ihr lieblicher Mund zuckte wie bei einem Kind, das sich ausgeweint hat und dem nur noch stoßweise ein letztes Schluchzen kommt. Die Lider hielt sie beharrlich gesenkt, ihr Blick ruhte auf dem Kinde; die goldig-braunen Wimpern lagen auf den schwellenden Wangen, die die Sommersonne nicht verbrannt, nur mit einem pfirsichähnlichen Anhauch überzogen hatte.
Keine war doch so hübsch wie sie — und alleweil so fidel!
Peter sah unverwandt auf sie nieder. „Haste de Waohrhaat gesaot, Zeih? Schwör! Beim Josefche bei!“ Er legte die Hand auf das Kind.
Sie legte die ihre dazu. „Ech schwören!“
Nun hob sie den Blick und blinzelte ihn an: „Biste mer bees, Pittchen?“ Ein Schluchzen stieß sie noch. „Ech kann doch neist dafor!“