Er ging denselben Weg, den er heut der Zeih entgegengegangen. Aber oben am Kaisergarten wandte er sich rechts, gen Großlittgen zu; er mochte wollen oder nicht, er mußte dahin. Es puffte ihn von hinten was in den Rücken, ein starker Wind blies ihn fort.
In der Ferne hörte er Stimmen, sie riefen und lockten: „Pittchen! Komm, Pittchen!“
Lachen klang dazwischen — jetzt hörte er die Zeih rufen, und jetzt die Tina — jetzt fielen andre bekannte Stimmen ein: „Pittchen! Pittchen!“
Wo war er denn? Erschrocken sah er sich um. Da ging er durch die öde Heide, der Wind stöhnte drüber hin mit unheimlichen Klagelauten.
Er wollte nicht weitergehen, umkehren — sein Fuß strauchelte über abgestorbne Strünke, es roch nach Pech und Schwefel. Eine glühende Luft schlug ihm entgegen wie Flammenhauch, versengte ihm Haar und Brauen und tief innen im Leibe das Herz.
Er wollte Hilfe schreien und konnte nicht. Fern, fernab tönte heisres Hundegebell — das waren die Hunde von Großlittgen. Hilfe, Hilfe, dorthin!
Er wollte laufen und konnte nicht. Er stand wie festgewurzelt.
Der Boden war heiß, als brenne unterirdisches Feuer darunter. Und da war ein Kreis seltsamer grüner Pflänzchen, wie abgezirkelt standen sie im Kranz mitten auf totem verbranntem Land; im schwefligen Licht, das die Nacht erhellte, sah er deutlich ihr giftiges Grün.
Hilfe, Hilfe! Der Hexenkranz! Hatte ihn seine Mutter nicht schon als Kind dort, sich bekreuzend, vorüber geführt und scheu geflüstert: „Hei es’t net geheuer!“ Da tanzten vormals die Hexen, und loderndes Feuer prasselte auf. Der Boden verbrannte unter ihren Füßen; nur diese Pflänzchen sproßten, grüne Stengel, ohne Blatt und Blüte, das einzig Lebendige ringsum.
„Pittchen, Pittchen!“