Wer rief?
Im Flammenschein hüpften ihm Gestalten entgegen mit raschelnden Röcken und flatternden Haaren, sie lachten und winkten und riefen und streckten die Arme nach ihm und reichten sich die Hände und wirbelten um ihn in tollem Tanz. Immer toller, toller — immer wilder, wilder — Weiber, Weiber, lauter Weiber!
Und auf einmal stand die Zeih mitten im Kreis, sie hatte die Seidenschürze wie ein Mäntelchen um die Schultern hängen und den neuen roten Unterrock an — weiter nichts. Sie schlug die andren auf die ausgestreckten Finger und lachte hell.
„Dän es mein!“ Sie warf den Unterrock und die Schürze ab — da stand sie nackt und schön im Flammenschein und sprach gebieterisch: „Kaaf mer e nei Kleid!“
Laut kreischten die andren auf, heulend sprangen sie in die Höhe, sie wurden zu Flammen, die ihm entgegenzüngelten — — —
„Jesus! Maria! Josef!“ — Da, der Boden wich ihm unter den Füßen, er that einen tiefen Fall, abgrundtief — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —
Mit einem Schrei erwachte Pittchen.
Der Mond schien hell durch’s unverhängte Fensterchen, mitten auf das zerlumpte Federbett. Der Kopf der Zeih lag schwer auf seiner Brust und drückte ihn.
Sie schlief mit offnem Mund und schnarchte regelmäßig.
Noch vom Grauen des Traumes erfaßt, rüttelte er sie: „Zeih, Zeih, Zeih!“