Das war ihr offenbar eine Erleichterung, oder schien sie ihm nur so verlegen?
Jetzt winkte sie: »Vater, Vater!«
»Nanu? Ich komme noch nicht,« tönte des Feldwebels Stimme herauf.
Das war ja recht angenehm, daß der Alte noch nicht erschien! Als sich Josefine vom Fenster zurückwandte, begegnete sie dem feurigen Blick des jungen Mannes.
»Wollen Sie nit in’t Zimmer eintreten?« fragte sie beklommen, »die Mutter is drin!«
»Nein, ich danke!« Er lachte.
Da mußte sie auch lachen. Ein Bann war gebrochen, unbefangen schwatzte sie wieder, und dazwischen rief sie: »Jemmich, mein Haar!« und lief in die Kammer. Aber sie ließ die Thür offen, und er sah, wie sie die runden Arme hob und die schweren Zöpfe zur Krone aufsteckte.
Er wendete den Blick nicht. In Berlin gab’s auch hübsche Mädchen, aber schnippische, blaßwangige, hier von dieser ging ein Strom von Gesundheit aus, eine Fülle von Jugend. Eine Sehnsucht stieg in ihm auf, sie zu küssen, ein Verlangen, das seinen Blick starr machte. Er fühlte, es war besser, daß er ging, ehe er Dummheiten machte.
»Adieu, Josefine,« sagte er gepreßt.
»O, jehn Sie schon?« Sie kam auf ihn zugelaufen, Bedauern lag in ihrem Ton. »Adieu, Herr Leutnant!«