Vor der Thür, unter dem Schild:
Josefine Conradi geb. Rinke,
Stöcke, Pfeifen, Putzzeug, alle Arten
Militär-Bedarfsartikel
stand der kleine Fritz. Sein rotbackiges Kindergesicht sah heute ganz betroffen drein.
»De Onkel is da,« sagte er ernsthaft, »aber de Mutter is traurig.«
Sie traten aus der Mittagshelle in’s Lädchen ein, es war etwas dunkel darin, das Auge mußte sich erst gewöhnen. Josefine stand hinter der Theke und ordnete einen Kasten, aus dem sie eben verkauft; beim Anschlagen der Ladenschelle hob sie die Augen.
»Wo is de Ferdnand?« fragte Frau Trina hastig.
Die Tochter wies mit einem stummen Blick nach der Ecke. Dort erhob sich jetzt schwerfällig eine Gestalt aus dem Sessel und humpelte an zwei Krücken den Eintretenden entgegen. Leer hing das eine Hosenbein, und –
»Jesus Maria, meine arme Jung’!« schrie die Mutter auf und fiel dem Sohn um den Hals. Der konnte sie nicht umarmen, er mußte sich auf seine Krücken stützen.