In solcher Stimmung schmiß er mit seinem einzigen Stiefel.
Josefine hoffte auf das künstliche Bein, das der Mechaniker Brandt in Oberbilk für Ferdinand in Arbeit hatte. Der war ein geschickter Mann; sie setzten nun alle ihre Zuversicht auf ihn. Schnakenberg machte sich ein Gewerbe daraus, fast alle Nachmittag nach dem Schläfchen hinauszuspazieren nach Oberbilk, um zu sehen, was ›sein‹ Bein machte.
Endlich kam es. Sie waren alle versammelt; Herr und Frau Schnakenberg waren extra dazu erschienen. Sie glaubten, der Ferdinand würde nun stracks laufen können, aber hilflos wie ein Kind stand er da und klammerte sich an den Tischrand.
»Jesus, is das schwer! Schwer wie Blei,« stöhnte er, und der Angstschweiß brach ihm aus. Er vergaß ganz, sich beim Stiefvater zu bedanken; er war wie geschlagen.
»Nu jeh doch, probier’ doch ens, mein Jüngesken,« redete ihm die Mutter zu.
»Ich kann nich!«
»De Brandt hat dat schlecht jemacht,« eiferte der Stiefvater. »Wahrhaftijens Jott, de Kerl verklag’ ich!«
Josefine bot dem Bruder ihren Arm zur Stütze, aber er stieß sie mit einem Fluch zurück und schloß die Augen. »Ach, wär’ ich lieber tot!« Er konnte ja doch nicht gehen.
Erschrocken schmiegte sich Fritz an die Mutter und lispelte ihr etwas in’s Ohr; aber man verstand es doch in der betroffenen Stille:
»Mer kann doch jehn, mer muß et nur erst lernen!«