Freilich, freilich, das hatte der Brandt auch gesagt! Nun fiel es ihnen ein. Schnakenberg tätschelte den Kleinen:
»Wat de Jung’ schlau is! Wart ens, klein Männeken, wann de zur Kommuni–, wollt’ sagen: zur Konfirmation jehst, dann kriegste auch en jolden Uhr von mir!«
Der Invalide rief den Knaben heran und küßte ihn in aufwallender Hoffnung. Ja, lernen! Dann ließ er sich helfen, das Bein abschnallen; für heute hatte er erst mal genug davon.
Josefine sah gerührt auf ihren Jüngsten; der hatte so viel von seinem Vater: die Ruhe, die Bedächtigkeit. Und auch von seinem Patenonkel was: den praktischen Blick. Dann schaute sie auf ihren Großen, es deuchte sie, der war totenblaß geworden; nun verließ Peter plötzlich die Stube. Ein komischer Jung’, der konnte gar nicht so etwas mit ansehen. Dem war sicher wieder schlecht!
Sie ging ihm nach und suchte ihn. Oben in seiner Kammer fand sie ihn, da hatte er sich über’s Bett geworfen und das Gesicht in’s Kissen gedrückt. Als sie ihn rief, richtete er sich auf und sah sie verstört an.
»Aber, Jung’,« sagte sie, »wat haste nu als wieder?«
»Huh, so häßlich! Ba, dat Bein, so eklig!« Er schüttelte sich.
»Wat is dann da eklig an? Et is doch en Jlück, dat der Onkel dat Bein kriegt.«
»Ja, ja, – aber red’ nur nit mehr dervon, et wird mir sonst übel. Huh, wie scheußlich, wie jreulich!«
Er kam gar nicht mehr davon los; seine Augen hatten sich schreckhaft erweitert und starrten geradeaus, als ob sie das Grausen vor sich sähen.