brauste der Chor.
»Heil König dir!« Sie hatte ihre Stimme mit erhoben, ohne es zu wissen. Hell übertönte ihr starker Ruf den Gesang umher. Hoch hatte sie sich auf dem Prellstein aufgerichtet in ihrer ganzen Stattlichkeit, ihr Tuch sich vom Hals gerissen und schwenkte es nun heftig:
»Heil König dir!«
Nun sah er sie – sie ganz besonders! Ja, sie fühlte seinen Blick. Und dann lächelte er gütig und nickte. Ach, er nickte, er winkte! Ihr, hatte er ihr nicht ganz besonders zugenickt?!
Ihre Arme streckten sich aus, ihr Herz schlug ihm entgegen, hingerissen von so viel Freundlichkeit.
Sie stand noch verträumt, mit heißgeröteten Wangen, als eine bekannte Stimme sie aufschreckte.
»No, Finken, als auch kucken jejangen?«
Es war Schnakenberg. Er trug seinen feinsten Rock und den Stock – die Weinrebe mit dem goldenen Knopf –, den er sich aus Paris mitgebracht hatte.
»Haben Se ihn auch jesehn?« fragte Josefine noch zitternd vor Erregung, »den König, den König?!«
»Och, eja, en janz nette Mann,« sagte Schnakenberg. »Ene janz artige Mann. Et is ens jut, dat de von Bismarck nit mit derbei war, da wär’ et unjemütlich jeworden, denn de –«