»Nun – und wir – wir freuten uns sehr!«

»Wie dumm!« sagte er gekränkt. »So ist doch nicht ›Geboren-werden‹?! Frau Lämke erzählt es ganz anders. Du weißt es ja gar nicht!« Zweifelnd sah er sie an.

Sie wich seinem Blick aus, aber der seine ließ sie nicht los. Ihr war, als blickten diese forschenden Augen ihr bis auf den Grund der Seele. Da stand sie wie eine Lügnerin und wußte nichts mehr zu sagen.

»Du weißt es ja gar nicht,« wiederholte er noch einmal bitter enttäuscht. »Gute Nacht!« Und schlorrte zur Tür.

Sie ließ ihn gehen, rief ihn nicht zurück zum Gutenachtkuß. Starr blieb sie sitzen.

Oben, im Zimmer über sich, hörte sie seine Tritte. Jetzt schleuderte er seine Stiefelchen aus, jetzt polterten sie in die Ecke – jetzt ward es still.

O, was sollte sie ihm dereinst sagen, wenn er mit vollem Bewußtsein Fragen an sie richtete, ein zu Fragen berechtigter, Antwort heischender Mensch?! Sie ließ sich auf den Stuhl fallen, auf dem er gesessen hatte, und stützte den Kopf in beide Hände.


2

Die Freundschaft mit Lämkes wurde eingeschränkt. Nie mehr sollte ihr Kind dorthin gehen! Eine Art von Eifersucht war in Käte aufgequollen gegen diese gewöhnliche Frau, die so unpassende Sachen sprach, die vor Kinderohren sich so gar keinen Zwang antat.