Als er erwachte, mochte wohl eine Stunde vergangen sein, aber er fühlte sich doch nicht ausgeruht. Fröstelnd, mit starren Augen sah er sich im Zimmer um. Alle Glieder taten ihm weh.

Und sie taten ihm auch die Nacht durch noch weh, er konnte nicht schlafen; mit schweren Füßen schleppte er sich am anderen Nachmittag auf die Eisbahn.

Viel früher als sonst kam er vom Schlittschuhlaufen wieder nach Hause. Er mochte nichts essen und nichts trinken, immer kam ihn eine Übelkeit an. »Sieht der Junge heute grün aus,« sagte der Vater. Die Mutter strich ihm besorgt die Haare aus der Stirn: »Fehlt dir was, Wölfchen?« Er verneinte.

Aber als wieder der Abend gekommen war und der Wind draußen in den Kiefern flüsterte und eine gespenstische Hand an die Fenster rührte – huh, eine kleine weiße Hand wie in Cillas Lied –, lag er im Bett, schüttelte sich vor Frost, trotz der weichen warmen Decke, fühlte, daß ihm der Hals weh tat und daß es in seinen Ohren stach und brannte.

»Er ist krank,« sagte Käte sehr besorgt am Morgen. »Wir wollen doch gleich Hofmann kommen lassen!«

»Ach, es wird schon nicht so schlimm sein,« beruhigte der Mann. »Laß ihn im Bette, gib ihm Zitronenlimonade zum Schwitzen und auch was zum Abführen. Er hat sich den Magen verdorben oder ist erkältet!«

Aber schon am Mittag mußte der Arzt herbeitelephoniert werden. Der Knabe lag, nicht mehr klar, in hohem Fieber.

»Scharlach!« Prüfend besah der Sanitätsrat die entblößte Brust und zog dann sorgfältig die Decke wieder höher. »Aber der Ausschlag ist noch nicht recht heraus!«

»Scharlach –?!« Käte glaubte in die Knie sinken zu müssen – o, davor hatte sie sich immer so sehr gefürchtet!

*     *