So scheide nicht von mir –‹
O weh, der Junge muß sterben! Sie waren beide wie gelähmt vor Schreck.
Derweilen flog die flinke Cilla treppauf, treppab. Ihr war nicht mehr so bange. Er würde nicht sterben, des war sie jetzt sicher.
Als sie ihn drinnen in die Wanne hoben, Schlieben und die Pflegerin, und die Mutter die schwachen Hände unterhielt wie zur Unterstützung, stand Cilla draußen vor der Tür und rief wieder ihre Heiligen an. Gern hätte sie ihr Andachtsbüchlein, ihr ›Brot der Engel‹, zur Hand gehabt, aber es fehlte an Zeit, es zu holen. So sammelte sie nur ihr ›Hilf‹ und ›Erbarme dich‹, ihr ›Gegrüßet‹ und ›Streite für ihn‹ mit der ganzen Hingabe ihrer Gläubigkeit.
Und drinnen begannen sich die Wangen des todbleichen Knaben zu röten. Die Lippen, die sich so lange zu keinem Laut geöffnet hatten, stießen jetzt einen Seufzer aus. Er war warm, als sie ihn ins Bett zurücklegten. Bald war er heiß;, das Fieber setzte wieder ein.
Die Schwester blickte besorgt: »Jetzt Eis! Wir müßten es mit Eisblasen versuchen!«
Eis! Eis!
»Ist Eis im Hause?« Hastig kam Schlieben aus der Krankenstube heraus, er stieß fast die Tür gegen die Stirn des betenden Mädchens.
Eis! Eis! Sie waren beide miteinander hinuntergelaufen. Aber auch die Köchin wußte keinen Rat: nein, Eis war nicht da, man hatte nicht geglaubt, welches nötig zu haben.
»Schnell, zur Apotheke!«