Diese Entwicklung läßt sich natürlich nicht aufhalten, sondern nur durch eine Gegenaktion unschädlich machen. Daher hat die Ära Bülow zur ländlichen Kolonisationsarbeit noch die Förderung der Städte durch eine Gewerbeförderungspolitik hinzugefügt, den sich bis 1903 Oberpräsident von Bitter und der Posener Oberbürgermeister Witting mit Erfolg widmeten. Unter dem jetzigen Oberpräsidenten von Waldow sind dann auch die Pläne in Fluß gekommen, die auf die Schaffung von der Ansiedelungskommission entsprechenden Einrichtungen für die Städte hinzielen. Wenn aber im Jahre 1831 die evangelische, also überwiegend deutsche Bevölkerung der Provinz Posen 307 763 Seelen, die katholische, also überwiegend polnische 674 036 betrug, und wenn 1900 gegenüber 571 776 Evangelischen 1 280 172 Katholiken gezählt wurden, wenn die Deutschen sich von 1849–1900 in der Provinz um 25,2%, die Polen aber um 51% vermehrten, so daß auf 1000 Einwohner 1849 365 Deutsche und 635 Polen, 1900 aber 322 Deutsche und 678 Polen kamen, so sind das Zahlen, die noch immer zu denken geben. Nur einmütige Zusammenarbeit aller in Betracht kommenden Faktoren, nur unermüdliche Opferwilligkeit und vor allem geduldiges Ausharren ohne Schwanken auf dem betretenen Wege kann uns den Sieg sichern.


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Jeder Band eleg. geb. 80 Pf.

Verzeichnis der bis jetzt erschienenen Bände.

Abwässer. Wasser und Abwässer. Ihre Zusammensetzung, Beurteilung u. Untersuchung von Professor Dr. Emil Haselhoff, Vorsteher d. landw. Versuchsstation in Marburg in Hessen. Nr. 473.

Ackerbau- und Pflanzenbaulehre von Dr. Paul Rippert in Essen und Ernst Langenbeck, Groß-Lichterfelde. Nr. 232.

Agrikulturchemie I: Pflanzenernährung von Dr. Karl Grauer. Nr. 329.

Agrikulturchemische Kontrollwesen, Das, v. Dr. Paul Krische in Leopoldshall-Staßfurt. Nr. 304.