Bis in tiefer Reue Flammen
Der Verzweiflung Erz geschmolzen,
Weinet Kosme in der Kammer
Vor dem Bild und Kleid der Nonne.

Und als in des Büßens Asche,
Wie der Blick geschmolznen Goldes,
Hoffnung ihm entgegenlachet,
Geht bereiten er das Opfer.

Er gießt aus gebleichtem Wachse,
Das im Mittagsstrahl zerflossen,
Eine hohe Totenfackel,
Einer Schlange gleich geformet.

Malt sie an mit bunten Farben,
Schmückt sie auch mit Punkten Goldes;
Brennen soll sie am Altare
Bei der Totenmesse morgen.

Und so hat er still gemalet,
Bis zum Garten ging des Mondes
Blanke Sichel, und des Abends
Rosen streute für Auroren.

** Romanze III: Meliore und Apone

Ruhig steht mit seinem Buche
Schon Meliore auf der Straße,
Vor dem Haus der hohen Schule
auf die Mitgenossen harrend.

Er bedenkt die tiefsten Punkte,
Die Apone vorgetragen,
Wünscht ihm eine leichtre Zunge
Und sich schärfere Gedanken.

Daß die Welt aus Gott entsprungen,
Und doch nicht von ihm erschaffen;
Daß Gott sei im Mittelpunkte,
Wo auch nichts sei und doch alles —

Dieses scheint ihm höchstens dunkel;
Aber da er Apo fragte,
Sprach der Lehrer: "Es war dunkel,
Da das Licht noch war im Schaffen.