Unten auf dem Meer der Schatten
Schwankt, umwogt von dunklen Wolken,
Ohne Steuer, ohne Flagge,
Bleich der Kahn des halben Mondes.

An den Seiten aufwärts wallen
Opfersäulen grauer Wolken,
Die den Regenbogen tragen,
Des Triumphes Friedenspforte.

Um des Tores Bogen ranken
Engel sich, aus rotem Golde,
Und von ihren Händen fallen
Purpurrote Morgenrosen.

Wo sie zu dem Monde fallen
Scheinet er von blankem Golde
Eine Sichel, die am Abend
Rosen streute für Auroren.

Aber nächtlich hat die Schlange
Um die Sichel sich gerollet.
O erscheine, Herr des Gartens,
Tritt den Lügner an den Boden!

Denn inmitten dieser Tafel
Ist noch kaum ein Strich gezogen,
Gleich des Blinden Auge starret,
Gott erharrend, hin der Bogen.

Jährlich nur an diesem Tage
Weint vor dem Gewand der Nonne
Und der Locke goldner Haare,
Büßt vor diesem Bilde Kosme.

Wie, an heilgen Jahrestagen
Nur, die Kirche die Kleinode,
Die Reliquien des Schatzes
Auftut, zu der Frommen Troste,

So auch liegt der Schatz des Jammers
Jährlich vor dem Büßer offen
Da geboren Rosablanke,
Da die Mutter ihr gestorben.

Die in schwerer Schuld empfangen,
Die in schwerer Schuld gestorben,
Und es ist der Sünde Vater
Rosablankas Vater Kosme.