Ew'ge Ruhe gibt den Armen,
Die der Erde Schoß bewohnen." —
Amen! betet Rosablanke,
Und geht weinend nach den Rosen.

Da sie kehret, hat der Alte
Ihr den Korb schon wohlgeordnet,
Drüberhin ein Tuch gespannet,
Darauf gießt sie aus die Rosen.

"Was dir bleibet, Rosablanke,
Gib den Armen oder opfre;
Gehe in Gottes Namen." —
Und sie gehet mit dem Korbe.

Kosme schließt das Tor des Gartens
Und der Hütte kleine Pforte,
Riegelt ein sich in der Kammer,
Wäre gern allein verschlossen.

Aber nicht am Tor des Gartens,
Nicht an seiner Hütte Pforte,
Noch der Kammer, hört den Hammer
Er des strengen Gläubgers pochen.

In den Bußen wohnt der Mahner
Alter Sünde, und die Rose
Mahnt am Fenster, und die Schwalbe,
Seiner Armut Gast, mahnt Kosme.

Und die fromme Rosablanke,
Die mit goldner Flut der Locken
Möchte alle Schuld bezahlen,
Ist der strengste Gläubger Kosmes.

Zu der Hütte letzter Kammer
Schleichet bang der alte Kosme,
Dort hält er den Schatz des Jammers
Sich im festen Schrank verschlossen.

Eine Locke blonder Haare,
Die Gewande einer Nonne
Nimmt er weinend aus dem Kasten,
Und dann eine schwere Rolle.

Er befestigt sie am Rande,
Und es rollet zu dem Boden
Ein Gemälde, das der Maler
Unvollendet, halb entworfen.