Jauchzend durcheinander wehten
Alle Töne, und es schwangen
Triumphierend sich die Chöre
Wie ein Wald voll Siegespalmen.
Schneller, jubelnder und heller,
Bis zu einer wilden Flamme,
Die sich wieder selbst verzehrte,
Bis zur stillen glühen Asche.
Da trat still einher Biondette
Unter weißem Rosenkranze,
Ihre Locken, goldne Flechten,
Von der Stirn zum Gürtel fallen.
Um die zarten Glieder bebet
Ihr ein schlichter, weißer Mantel,
An des Gürtels Silberkette
Hängt ein Brot und eine Flasche.
Ihrer Augen blaue Quellen
Lassen Tränenperlen fallen
In der Maienglöckchen Kelche
An dem goldnen Knauf der Harfe.
Als die zarten Finger beben
Durch der Saiten goldnen Garten,
Blühen ihrer Lippen Nelken
Und das Rosenfeld der Wangen.
Und sie sang ein Lied bewegend
Von dem Tode eines Lammes,
Das, die Schuld von uns zu nehmen,
Starb in heilger Opferflamme.
Als schleiert sich in Nebel
Oft der Mond; aus keuschen Strahlen
Einen Heilgenschein sich webend,
Weint er umd die trüben Tage;
Also tönt ein Schwan im Sterben,
Der im Spiegel klarer Wasser
Stumm sein Sternbild angesehen,
Grüßt es scheidend im Gesange.
"Lebet wohl, ich will mich wenden
Zum Gebirge; einsam wandelnd
Will die reine Tochter Jephtas
Weinen um die jungen Tage!