Was in Träumen ich gesehen,
Hab ich alles dir gesaget;
Denn auch du bist ausersehen
Zu unendlich großen Gnaden.
Wir gehn auf demselben Wege;
Lasse uns im Geiste wallen,
Lasse uns nie Abschied nehmen,
Gehe hin in Gottes Namen!"
Da geendet sie die Rede,
Konnt er nicht den Blick ertragen;
Also mächtig war ihr Wesen,
Daß er schweigend ging von dannen.
Und zur Harfe sang Biondete:
"Lob sei Gott dem Herren! Amen!"
Und das öde Haus erbebte,
Widerhallend: Amen, Amen!
Amen! sprachen Mond und Sterne,
Träufelnd sprach das Wasser: Amen!
Und da sie verließ die Schwelle,
Riefen rings die Wachen: Amen!
** Romanze XII: Jacopone und Rosarosa
Von Folianten rings umgeben
Sitzt der stolze Jacopone;
Hochgeehrt von den Klienten
Ist der junge weise Doktor,
Ausgetreten seine Schwelle;
Denn mit vollen Händen kommen
Taufend, um in ihren Rechten
Weise Sprüche sich zu holen.
Täglich, nächtlich kommen, kehren
Zu ihm, von ihm schnelle Boten,
Fern und nah muß er die Texte
Streitigen Parteien ordnen.
Und vor seinem Hause stehen
Oft der Fürsten stolze Rosse,
Er ist rings im Land gebeten,
Und man wünscht ihn allerorten.