Er verließ im Lärm den Kerker,
Er war's, der den Sprung gewaget
Von der Decke, sie zu retten
Aus des Räubers dunklen Armen.
Da es stille war, erhebet
Sich Biondette, und den Mantel
Schlingt sie um sich, von der Erde
Hebt sie dann die goldne Harfe.
Spricht, sich zu Meliore wendend:
"Sei gegrüßt! In Jesu Namen
Hast du mich von ihm gerettet
Und gehütet in dem Schlafe.
Einen Traum hab ich gesehen:
Asche war ich, und zu Asche
Soll ich einstens wieder werden,
Wenn erfüllet sind die Tage.
Für dich hab ich heut gebetet,
Da du fochtest am Altare;
Und du hast für mich gebetet
Jetzt in dringenden Gefahren.
Du hast liebend mich gerettet
Aus des ewgen Todes Banden,
Und ich werde dir's vergelten
Bald in übervollem Maße.
Laß die Sinne untergehen,
Liebe nicht, was irdisch schwanket;
Die du irdisch angesehen,
Wird dir göttlich liebend danken.
Hier auf dieser öden Stelle
Wird es einstens göttlich tagen.
Sieh, es haben schon die Sterne
Ihren Strahl den Weg gebahnet.
Wenn hier an des Altars Schwelle
Eine Jungfrau wird entsagen,
Werd ich durch dich auferstehen
Aus der irdschen Leibesasche.
Und du wirst die Asche nehmen,
Streuen sie in deine Haare,
Weil die Schlange wird zertreten
Von des Weibes heilgem Samen.