Dunkler Herkunft zu entstreben,
Hat ihn so sein Fleiß erhoben,
Denn nicht seinen Vater kennt er,
Seine Mutter starb verborgen.
Er begann sein Jugendleben
Mit zwei Brüdern in dem Kloster;
Pietro ward ein Blumengärtner,
Noch studieret Meliore.
Da er stieg zu dem Katheder,
Nahm zum Weib er Rosarosen,
Eine Jungfrau auserlesen,
Eines Arztes Pflegetochter.
Als er ging zur Doktorehre
Durch der Aula hohe Pforte,
War die Züchtge ihm begegnet,
Und er sprach zu ihr die Worte:
"Schöne Jungfrau! Ihr begegnet
Mir an sehr gefährlchem Orte,
Jetzo ich zu streiten gehe
|De bonorum possessione|.
Und die Schätze aller Welten
Habe ich bei Euch verloren,
Nichts besitz ich auf der Erde,
Da Ihr mich mir selbst genommen.
Was ich künftig nun erwerbe,
Habt Ihr schon von mir gewonnen.
Geht und betet, daß die Ehre
Mir nicht gehe heut verloren!"
Rosarose sah beschämet
An den glatten Marmorboden:
"Ich erfleh Euch, Herr, die Ehre",
Sprach Sie, "und halt Euch beim Worte:
Daß Ihr mir sodann die Ehre
Teilet, die ich Euch erworben,
Und nie nehmet mir die Ehre,
Die um jene Gott ich opfre!"
Ach, zu spät verstand die Rede
Rosarosas Jacopone,
Und es hat ihn sehr beschweret,
Was er damals ihr versprochen.