Er war in der Bücher Menge
Ganz verriegelt und verschlossen,
Und hier, wo die Blumen scherzten,
Ist ihm auf das Herz gebrochen.
Brach ihm auf in Liebesschmerzen,
Recht wie eine Blumenknospe
Ihn Geschmeide keusch ausleget
In dem Kuß der jungen Sonne.
Wie verschloßne Felsenquellen
Traurig in dem Dunkel wohnen,
Jauchzend dann zutage brechen
Zu den Sternen, zu der Sonne,
Und mit bunten Steinen scherzend
Und mit Fischen spielend wogen,
Wo die Blumen spiegelnd stehen,
Von Libellen leicht umflogen.
Wie, dem Kinde gleich, die Welle
Gern um Tand die Körner Goldes
Hingibt, die im Schoß der Berge
Sie mit Angst vom Geiz erworben,
Und den süßen Blütenregen
Freudig zu dem Fluß hinwoget,
Freudiger dann Fischersegel
Trägt, und durch die Mühle toset,
Hohe Masten dann bewegend
In den breiten starken Flossen,
Und dann kühne, volle Segel
Führet, recht in hohem Stolze,
Dann dem ganzen Elemente
Sich hingebend, abwärts tosend
In die hohen, vollen Meere,
Stirbt in Wiedersehens Wonne;
So fand er sich tief beweget
Und, dem Bücherstaub entronnen,
Neue Liebe in dem Herzen,
Zwischen Blumen in der Sonne.
Doch da eine Stimme schwellend
Sich ergießt zum Orgelstrome,
Schreitet er zu der Kapelle,
Die in Büschen steht verborgen.