Willst du deine Hand mir schenken,
So will ich dir angeloben:
Du magst deine Kinder lehren,
Du magst spielen hier die Orgel.

Wenn mein Reichtum sich vermehret
Durch den Ruhm, den ich erworben,
Will ich in das Haus noch nehmen
Meinen Bruder Meliore.

Einen Garten auch erwerben
Pietro, dem Zuletztgebornen
Meiner Mutter, der jetzt lernet
Blumen pflegen in dem Kloster."

Und dann hat er ihr gegeben
Einer Rose Doppelknospe,
Und mit scheuen Fingern trennen,
teilen sie die Zwillingsrose.

Tief sich in die Augen sehend
Waren sie vor Gott verlobet,
Wußten nicht, wie es geschehen,
Waren still und voller Wonne.

Aber Rosarosa redet,
Da sie hört des Lammes Glocke:
"Lebe wohl, auf Wiedersehen!
Meine Schüler hör ich kommen!"

Jacopone spricht: "Ich gehe
Hin zum alten Mönch Benone,
Unsern Bund ihm vorzulegen."
Und dann eilt er von dem Bronnen.

Einsam Rosarosa stehet,
Blicket in den Strahl des Bronnens;
Wie er sinket, wie er schwebet,
Fühlt sie in dem Herzen pochen.

In den Händen die getrennte,
Sonst gepaarte Zwillingsrose,
Und es fließen ihre Tränen
Auf die stille Rosenknospe.

Eilet dann zu der Kapelle,
Findt an der belaubten Pforte
Ihre kleine Schülerherde
Feierlich im Kreis geordnet.