Und der Knabe trägt in Händen
Einen Kranz von weißen Rosen,
Einen Schäferstab, weiß blendend,
Sprach zu ihr die süßen Worte:
"Du hast dich in der Kapelle,
Hirtin, heut dem Herrn verlobet,
Der ein treuer Hirt, die Herde
Weidet an dem Himmelsbogen.
Und darum soll ich dich kränzen
Mit dem Brautkranz weißer Rosen
Und den Schäferstab dir geben,
Daß du denkest deiner Worte!"
Rosarosa kniet zur Erde,
Und er kränzt die dunklen Locken
Mit den weißen Rosen blendend,
Gibt den weißen Stab der Holden.
Und die Kinder sie umgeben,
Freuen sich der Rosenkrone;
Jacopones und des Herren
Denket weinend Rosarose. —
Wenig Sonnen untergehen,
Und herauf ziehn wenig Monde,
Wenig volle Rosen sterben
Aufgekeimt sind wenig Knospen,
Da geschmückt am Altar stehen,
Vor dem alten Mönch Benone,
Rosarosa, weiß bekränzet,
Rotbekränzet Jacopone.
Als sie goldne Ringe wechseln,
Fällt das Ringlein Jacoopones
Springend nieder an die Erde,
In dem Kreise weit hinrollend.
Und dem Knaben, der zugegen,
War es endlich zugerollet,
Der es in dem Lilienkelche,
Den er trug, der Braut geboten.
"Nimm den Ring im Lilienkelche",
Sprach das Kind, "und denk des Opfers,
Da du um des Jünglings Ehre
Deinem Herrn dich hast verlobet!"