Also unterm Himmelsbogen
Stand zerstöret das Theater,
Um die trüben Säulentore
Schauerten der Wachen Fackeln.
Also in dem Glanz des Mondes
Trat Biondette mit der Harfe
Aus den hohen, dunkeln Pforten,
Wie in lichter Geist umwandelt.
Unterm hohen Sternendome
Steht sie auf dem öden Platze,
Unter ihren leichten Sohlen
Knirscht die Kohle auf den Platten.
Und zum Monde auf sich wolket
Noch der Rauch des toten Brandes,
Dumpf schallt fernes Wagenrollen
Und es rinnet rings das Wasser.
Und des blauen Reno Wogen
Lauter durch die Nacht hinwallen,
Lauter rauschen auch die Bronnen
Siegreich ob dem Feuerkampfe.
Und Biondetta wiederholet:
"Lebet wohl, ihr falschen Farben,
Eitler Tränen Regenbogen,
Sterne hell von falschem Glanze,
Ihr dient einem Flittermonde!"
Sprachs, da klang es in der Harfe,
Und zwei hohe, weiße Nonnen
Geistig ihr zur Seite standen.
Von dem Schleier ganz verborgen
Schienen sie zwei selge Schatten,
Winkend, ihnen nachzufolgen,
Sie Biondetten still ermahnten.
Eine schweift in einem Bogen
Um sie, Freudenzeichen machend,
Und die andre sah zu Boden,
Traurig ihr Hände faltend.
"Sprechet, was ihr von mir wollet,
Fromme Schwestern von Sankt Claren?"
Frug die Jungfrau. Nachzufolgen
Winkend jene sie ermahnten.