"O, Benone, mir zum Troste
Eile!" nun die Kranke klaget,
"Denn es wirft die Lebenssonne
Über mich schon lange Schatten!"
Und der Knabe spricht: "Zum Kloster
Gehe ich, ihn zu ermahnen;
Doch zuvor, o fromme Tochter,
Muß ich deiner Treue danken.
Denn ich kann nicht wiederkommmen,
Eh erfüllet sind die Tage,
Daß wir alle durch die Pforte
Der Barmherzigkeit einwandern.
Heil sei dir und ewge Wonne,
Daß in Unschuld du gewandelt,
Und, zu hören Gottesworte,
Kinder gern um dich versammelt!
Viele dich am Himmelsthrone
Palmen schwingend schon erwarten,
Und sie singen dort im Chore,
Die du sie gelehrt, die Psalmen.
Heil sei dir und ewge Wonne,
Daß in Unschuld du gewandelt,
Daß du dich dem Herrn verlobet
Und die Treue ihm gehalten!
Also ist auch Jacopone
In die Blutschuld nicht gefallen,
Und so bricht der Tod dich Rose
Zu der Sühnung ewgem Kranze!
Heil sei dir und ewge Wonne,
Daß in Unschuld du gewandelt,
Und das Kleid der gütgen Toten
Unbeflecket hast erhalten!
Den Bußgürtel scharf gedornet
Trugst du still und ohne Klagen,
Und so halfst du, fromme Tochter,
Deiner Mutter Sünde tragen.
Heil sei dir und ewge Wonne,
Daß in Unschuld du gewandelt.
Was dir unterm Herzen wohnet,
Hast du nimmer mich gefraget!