Aber, was du mir versprochen,
Singe mir ein Lied zur Harfe,
Daß die Seele vor dem Tode
Auf dem Klang vorüber wandle!"

Da ergreifet Rosadore
Geistberauschet ihre Harfe,
Also süße Töne lockend,
Daß die Nonnen selig schwanken.

Doch es tritt nun Jacopone
Heftig ein mit einem Arzt:
Der unheilige Apone
Folgt ihm stolz und dreist zur Kammer.

Und vom Zug der Tür erloschen,
Starb das Licht der kleinen Lampe.
"Licht her, Licht!" schreit wild Apone,
"Was tun hier die alten Ammen?"

Denn er sieht die beiden Nonnen
Geistig schimmernd bei dem Lager.
Und es eilet Jacopone,
Anzustecken schnell die Lampe.

Und es folgen ihm die Nonnen,
Geistig rauschend durch die Harfe,
Rufen: "Wehe, weh Apone!
Fluch der Schlang und ihrem Samen!"

Und nun griff der Arzt im Zorn, # Zorne?
Und erfasset bei der Harfe
Die versteckte Rosadore,
Und die Jungfrau schreit: "Erbarmen!"

"Ha!" spricht Apo, "sei willkommen,
Schöne Nachbarin! Zu fangen
Solch ein Vöglein ich nicht hoffte
Bei dem Bette einer Kranken!

Hat der kluge Jacopone
Dich zu seinem Trost belanget?
Die Juristen bei den Toten
Gerne sich an Leben halten!"

Und nun will er Rosadoren
Scherzend um die Hüfte fassen;
Doch sie war erstarkt im Zorne,
Reißt ihm schmerzlich an dem Barte.