Ach, wie mag die Visionen
Alle ich in Worte fassen!
Durch der Kirche hohe Bogen
Himmelschöre niederdrangen!"

Und nun sagte Rosadore:
"Ja, des Himmels Tore standen
Über diesem Tempel offen,
Von den Seligen umscharet.

Und es stand die Mutter Gottes
Und der Heiland mit dem Lamme
Ganz bekränzt mit süßen Rosen
In des Lichtes ewgen Glanze.

Und der Engel Legionen
Sangen: Gnade! Gnade! Gnade!
Tausend Kränze heilger Rosen
Sah ich zum Altare fallen.

Und den Schleier einer Nonne
Sah ich nehmen Rosablanken;
Eine Goldflut ihrer Locken
Vor der Schere niedersanken.

Singend stand ich auf der Orgel,
Vor mir stand die goldne Harfe;
Aber stille und gestorben
Lag mein Herz in kalten Banden,

Wie in bösem Traum der Boden
Fliehenden die Füße bannet,
Hilferufenden der Odem
Kämpfend in der Brust erstarret.

Lebend und doch eine Tote,
Sehend und doch dicht umnachtet,
Stumm, doch singend vollen Tones,
War ich wie von Stein umfangen.

Neben mir stand schwarz Apone.
Weh, o weh, was er gesaget,
Was er sprach vorhin im Zorne,
Füllet mich mit tiefem Bangen!

Doch am Altar aufgezogen
Ward ein himmelblauer Mantel,
Und das Bild der Mutter Gottes
Grüßte laut des Volkes Ave.