Kelche, Lampe, Weihebronnen,
Leuchter, Rauchfaß und Monstranzen:
Alle seien goldne Rosen,
Durch der Künstler Fleiß gestaltet.
Und die groß und kleine Glocke
Und der Taufstein und die Kanzel
Seien Rosen gleich geformet.
O, welche frommer Rosengarten!
Als ich bin getragen worden
Sinnlos weg von dem Theater,
Hat sich ein Gesicht ergossen,
Hab ich diesen Wunsch empfangen.
Unter einem hohen Dome
Sah ich Weihrauchwolken wallen
Und Gesang und Klang der Orgel
Durch die Säulenwälder wachsen.
Und ich sah den Greis Benone
Eine Totenmesse halten,
Aber alles war voll Wonne,
Alles war voll selgen Glanzes!
Und ich sah viel fromme Nonnen
Einsam betend in der Kammer,
Sah sie nächtlich in dem Chore
Himmlische Gebete lallend.
Und vor allen glanzumflossen
Sah ich eine mit der Nadel
Weiße, rote, schwarze Rosen
Wirken in die Meßgewande.
Und das Bild der Mutter Gottes,
Gnädig blickend vom Altare,
Glich dir, meine Rosadore,
Aber heilger, höher strahlend.
Und ich selbst lag eingeschlossen
Kühl in einem Marmorsarge;
Auf der schweren Decke oben
Schlief der Knabe mit dem Lamme.
Rings um mich geliebte Tote
Schlummerten zum letzten Tage;
Doch kein Sinn war mir verschlossen,
Und ich sah und hörte alles.