Auch ich muß von diesem Orte
In den Willen des Erbarmers;
Dich, bei dem so gern ich wohnte,
Muß ich einsam nun verlassen.

Und du sollst, wie Christen sollen,
Deinem irdschen Gut entsagen,
O, mein Bruder, wolle folgen
Eines schwachen Weibes Rate.

Geh in einen frommen Orden;
An die Stelle des Theaters
Laß erbaun ein heiles Kloster;
Dort auch ruhe meine Asche!

Lasse jetzt von armen Volke
Stille mich zu Grabe tragen,
Bis erbauet ist das Kloster
Zur Kapelle bei Sankt Claren.

Und den Schwestern dieses Ordens
Dann das neue Kloster lasse,
Weil sie jetzt nur ärmlich wohnen
Und das Haus sie kaum mehr fasset.

Meinen Sarg, geschmückt mit Rosen,
Laß von armen Jungfraun tragen;
Lasse auch die Kinder folgen,
Die ich stets geliebet habe.

Allen spende aus zum Lohne
Meine vollen Kleiderladen,
Aus dem Tuch, das ich gesponnen,
Lasse allen Hemdlein machen.

Mein Geschmeide, silber, golden,
Alle Perlen und Demanten,
Die mir deine Huld erworben,
Schenke ich zu dem Altare.

Lasse eine Mutter Gottes
Recht vor allen herrlich malen
Und ihr vor dem hohen Chore
Himmlische Musik erschallen.

Mit des Weihrauchs süßen Wolken,
In wollüstger Düfte Kampfe,
Soll ein Wald unzählger Rosen
Um der Kirche Säulen ranken.