Weh, ich bins, der dich gemordet,
Blind an jenem Hochzeitsabend,
Da durch mich du von den Toten
Hast den Dornengurt empfangen!

Und ich habe zu der Oper
Dich geführet heute Abend:
Weh, durch mich wards du durchbohret
Von dem Gürtel bei dem Brande!

Deine letzte Zeit verdorben
Hab ich dir aus falschem Wahne
Durch den Bösewicht Apone,
Hoffend, dich mir zu erhalten!

Ach, ich diene bösem Stolze!
Die ich nie besessen habe,
Die mir ewig war verloren,
Wollt ich mir durch Kunst erhalten!

Weh, mein Weib, du Jugendrose,
Auf dem Wasser der Demanten
Spiegelt deiner Schönheit Sonne
Ihres Abendrotes Flamme!"

Also jammert Jacopone.
Ihm erwidert dann die Kranke:
"Wolle nicht mit harten Worten
Gegen Gottes Willen klagen.

Lasse uns den Herren loben,
Daß er uns zurückgehalten
Von dem Abgrund ewgen Todes,
Von der Blutschuld hartem Laster.

Wenn der Schleier wird gehoben
Über unserm dunklen Stamme,
Singst du bis zu deinem Tode
Gott und seiner Mutter Psalmen.

Seit das Weib den schwer verbotnen
Apfel teilte mit dem Manne,
Bringt das Weib das Kind des Todes
Zu der Welt mit Not und Jammer.

Und wir durch die Güte Gottes
Haben schuldlos uns erhalten,
Und er wird uns nicht verstoßen
Aus des Paradieses Garten.