Mit dem heilgen Öl Benone
Haupt und Hand und Fuß ihr salbet.
Und sie sprach: "Des Herzens Rose
Wirft unendlich weiten Schatten!

O der Wonne, o des Trostes,
O des wundersüßen Garten!
Singe, meine Rosadore,
Mit des Himmels Nachtigallen!

In dem Schatten meines Todes
Lasse Gottes Lob erschallen!"
Und es sang nun Rosadore
Zu dem Klang der goldnen Harfe.

Solch ein Lieb, so selgen Tones,
Hat nur da die Luft getragen,
Als der Heiland ward geboren
Und die Engel Gloria sangen.

Also sang des Lichtes Bogen,
Da den Lustkreis aller Farben
Gott durch seinen Raum hinrollte
In dem Glanz des ersten Tages;

Also tönt des Wassers Woge,
Mit dem Rund des Erdenballes
Selig spielend in der Sonne,
Jauchzend an dem ersten Tage.

In so süßen Tones Strome
War die Luft aus Gottes Atem
Um die junge Welt ergossen,
In der Lust des ersten Tages.

Und die neue Erde rollte
Unter also freudgem Klange
In den Kreis von Mond und Sonne,
Jubelnd an dem ersten Tage.

Also sang das Blut, ergossen
Durch des neuen Menschen Adern,
Also sang der Mensch voll Wonne,
Da er zu der Welt erwachte.

Doch annoch viel höhern Tones
Wird das Lied der Selgen schallen,
Wenn sie aus dem Haus des Todes
Zu dem Antlitz Gottes wandeln.