Aber nun zieht mit dem Volke,
Betend bei dem Schein der Fackeln,
Nach dem Kloster hin Benone.
Einsam steht der Toten Lager.

Und es küßt ihr Rosadore
Tränenlos die bleiche Wange,
Grüßet scheidend Jacopone
Und verläßt ihn mit der Harfe.

Einsam sitzet Jacopone
Auf dem stummen Sterbelager,
In der Toten Demantkrone
Mit des Schmerzes Blick hinstarrend.

Keine Träne ihm entrollet;
Seine tiefe Trauer raget
Wie die Wüste öd und trocken
Auf, am Horizont verschmachtend,

Ohne Schatten, und die Sonne
Selbst ein tiefer Feuerschatten,
Der sich wie ein weiter Bogen
Über seinen Scheitel lagert.

Die Gedanken an dem Boden
Schleichend, in dem gleichen Sande,
Alle Spuren von dem Odem
Heißen Sturmes stets verwaschen.

An dem Himmel keine Wolke,
An der Erde keine Pflanze,
Auch kein einzger kühler Tropfen
In dem ungeheuren Plane.

Also sitzet Jacopone
In der Wüste seines Jammers,
In die helle Demantkrone
Der geliebten Leiche starrend.

Aber auf die Schulter klopfet
Agnus castus ihm, der Knabe,
Reicht ihm einen Korb voll Rosen:
"Jacopone, jetzt erwache!

Kränz des Todes Braut mit Rosen;
Sie sind aus demselben Garten,
Wo die Rosen ihr gebrochen
An dem ersten Hochzeitsabend.