Nimm ihr ab die Demantkrone,
Die du ihr hast heute abend
In das Silberhaar geflochten;
Deiner letzten Pflicht gewarte! # gewahre?

Einst werd ich am rechten Orte
Wunderbare Dinge sagen;
Du wirst, die dir war verborgen,
Deines Namens Schuld erfahren."

Sprachs. — Da jener nahm die Rosen,
Schied er betend aus der Kammer:
"Jesus Christus sei gelobet!"
Jacopone saget: "Amen!"

Als er löst die Demantkrone
Aus dem Strom des Silberhaares,
Ist des Schmerzes Kern gebrochen,
Und des Jammers Quellen sprangen.

Da er ihr den Kranz der Rosen
Legte in die Silberhaare,
Sind die Augen in dem Strome
Heißer Tränen ihm vergangen.

Da der arme Jacopone
Ihr die kalten Hände faltet,
Ist der Trauring roten Goldes
In die Hand ihm schwer gefallen.

Da er ihr das Aug geschlossen,
Brach er aus in lauten Jammer,
Ganz in einem Tränenstrome
Der Geliebten Antlitz badend.

Als die Nacht war hingezogen,
Stand des Morgensternes Fackel
An dem stillen Horizonte,
Wie ein Irrlicht auf dem Grabe.

Wie in eines ausgestochnen
Auges leere Höhle, zagend
Sah des neuen Tages Sonne
In das Herz des armen Mannes.

Und wie an dem Hochzeitsmorgen
Pietro, sie begrüßend, sagte:
Grüßt sie an dem Todesmorgen;
Jacopone, laut aufjammernd: