Was die Seele, was die Sinne
Hoch begeistert, tief erreget,
Deines Glücksrads Lustgewinne
Seien alle ausgeleget.
Spinnet bei dem Mondenlichte
Eure feinsten Netze, Elfen,
Und die schlauen Zauberwichte,
Alle Zwerge sollen helfen.
Felsbewohnende Sibyllen,
Leichte Nymphen flüchtger Quellen,
Einet alle euren Willen,
Diese Netze aufzustellen.
Locket, locket, süßer singend,
In die Netze, ihr Sirenen,
Und den Tönen nicht gelingend,
Laßt gelingen es den Tränen.
Denn es will uns heut entfliehen
Der melodischste der Schwäne,
Will zu heilgerm Himmel ziehen,
Daß sein Herz sich nicht mehr sehne.
Königin der Sternenzinne,
Priesterin verklärter Herzen,
Lehrerin geheimer Minne,
Heldin, Trösterin der Schmerzen,
Nacht! durch deines Tempels Mitte
Sehe ich Biondetten gehen,
Scheu verhüllt in züchtger Sitte;
Du wirst sie nicht wiedersehen.
Auf dem Platze mondbeschienen
Bleibt sie ruhig schauend stehen,
In die düsteren Ruinen
Noch einmal zurück zu sehen.
Sie beginnet leis zu singen;
In der Nachtluft einsam Wehen
Ihre Töne sich verschlingen
Wie der Andacht schwankend Flehen.
"Herr, ich steh in deinem Frieden,
Ob ich lebe, ob ich sterbe;
Starb mein Heiland doch hienieden,
Daß ich sein Verdienst erwerbe.