"Herr! die Seele, die jetzt streitet,
Richt in deinem Zorne nicht;
Herr! die Seele, die jetzt scheidet,
Sehe bald dein Angesicht!"

** Romanze XV: Meliore und Biondetta — Biondettens hohes Lied

Gieße, Mond, dein Silber milder
Durch die blauen Himmelsmeere;
Blicket fromm, ihr Heldenbilder,
Nieder aus dem Sternenheere.

Einsam kühle Nachtluft, stille
Grüße aus dem Himmel sende;
Blüten, Blumen, eure Fülle
Duftend sich der Nacht verschwende.

Philomela, süßer stimme
Deines Traumes Wonn und Wehe,
Daß es zu den Sternen glimme
Und um Gottes Liebe flehe.

Klang der süßberauschten Zither
Unter Liebchens Fenster bebe;
Still eröffne sie das Gitter,
Daß sie Liebesworte gebe.

Jünglingen, die schlummernd liegen,
Komm ein Liebestraum entgegen;
Auf die Kindlein in den Wiegen
Senke sich ein Engelsegen.

Und die Wünschelrute sinke
Jedem auf des Schatzes Schwelle,
Und dem Durstgen, daß er trinke,
Sei der Schatz die kühle Quelle.

All ihr Bronnen, selig zielet
In die mondberauschten Becken;
Leis im West, ihr Blätter, spielet,
Um die Vöglein nicht zu wecken.

Nacht, in deines Zaubers Schlingen
Soll sich Liebesscham verketten,
Unter lustbetrauten Schwingen
Bräutliches Entzücken betten.