Also fleht er um ein Zeichen,
Und sein Flehen ihm gelingt:
Durch das tiefe nächtge Schweigen
Hell die Totenglocke klingt.
Und der Glocke Schall geleitet
Zu Biondettens Wohnung ihn;
Wo der Baum die Schatten breitet,
Kniet er bei dem Altar hin.
"Herr! die Seele, die jetzt streitet,
Richt in deinem Zorne nicht;
Herr! die Seele, die jetzt scheidet,
Sehe bald dein Angesicht!"
Und er höret an dem Zeichen,
Daß ein Weib gestorben ist,
Weil die Zahl der Glockenstreiche
Zweimal unterbrochen ist.
"Jacopones frommem Weibe
Wohl das dunkle Auge bricht.
Ob ich gehe, ob ich bleibe?"
Bang der Jüngling zu sich spricht.
"Denn nicht lang mehr kann verweilen
Die geliebte Tänzerin;
Sah ich sie, dann will ich eilen
Tröstend zu dem Bruder hin.
Ach, schon hör ich aus der Weite
Leichter Füße Flügelschritt!"
Von der monderhellten Seite
Bang er in den Schatten tritt.
"Soll ich singen, soll ich schweigen,
Wenn sie mir vorüberzieht?
Gerne gäb ich ihr ein Zeichen,
Daß ein Liebender sie sieht!"
Doch ein dunkler Fechter schreitet
In dem Schatten vor ihn hin,
Und zum Kampfe schnell bereitet
Meliore sich gen ihn.
Aber in des Degen Kreisen
Seine Klinge ihm zerspringt,
Ihn durchbohrt des Feindes Eisen,
Und er spricht, indem er sinkt: