Silbernem Gefäß entkreisend
Süß der Weihrauch aufwärts dringt,
Und des Himmels Tor aufreißend
Hochgesang in Wonne ringt.
Sieh, wie zu des Tempels Weihe
Rings die frommen Bürger ziehn;
Meister! Gott uns Trost verleihe,
Laß uns betend niederknien!"
Spricht Meliore, und den Meister
Will er an dem Mantel ziehn;
Helfet! alle guten Geister!
Er sieht vor sich doppelt ihn!
Einer trägt ein Feuerzeichen
Auf der hohen, dunkeln Stirn,
Kalt sie sich die Hände reichen,
Und es bebet das Gestirn.
Lachend sie von dannen schleichen,
Sieh, da kehrt das Mondenlicht;
Durch das nächtlich tiefe Schweigen
Meliors Stimme bricht:
"Weh! Bologna, weh! Sich neigen
Sah ich deiner Türme Zier,
Sah ein blutig Feld der Leichen
Über deinem Herzen hier!
Weh! in deinen Eingeweiden
Reget sich ein Drachenkind,
Und es streun die dunklen Zeiten
Deine Asche in den Wind!
O, wie muß ich den beneiden,
Der den Stamm, des Sohn er ist,
Kennt, daß er den Fluch der Leiden
Nicht in seinem Schuldbuch liest!
Einen Schuldgen suchend, reißen
Um das Schiff die Stürme sich;
Weh! ich kann mich des nicht preisen,
Daß den Fluch nicht trage ich!
O Allmächtiger, o zeige,
Ob der Sünde ich entspring,
Daß ich zu der Flut mich neige
Und ein sühnend Opfer bring!"