Hohe Nacht, ihr Sternenreiche,
Mond, du keusches Angesicht,
Euch Biondetten ich vergleiche,
Sie weicht euch an Friede nicht.
Und so fest und ungebeuget
Stehet ihrer Tugend Zier,
Als einst fromm ein Tempel steiget
Aus des Brands Ruinen hier!
Sieh! beweget sind die Steine,
Ordnen auf zu Mauern sich;
Diese Geister sind die meinen,
Und ihr Meister bin auch ich!
Freudig auf die Pfeiler steigen;
Hörst du, wie Biondette singt?
Wie nach ihrer Harfe Reigen
Stein auf Stein zum Himmel dringt?
Wie nach ihren Melodeien
Kuppel sich an Kuppel ringt,
Und die Säule ihre Reihen
Mit dem Palmenknauf verschlingt?
Der Kapellen Einsamkeiten
Ordnen sich in Harmonie;
Wo die Töne sich durchschneiden,
Wölbt des Chores Halle sie.
Wo die Töne höher steigen,
Heben sich die Türme spitz,
Die zum Firmamente reichen
Mit der Kreuze goldnem Blitz.
Wo sie sich zur Tiefe neigen,
Zu der Grüfte Labyrinth,
Seh ich trauernd niederschleichen
Still der Treppen Steingewind.
Heilig scherzt in tausend Weisen
Blum um Blume, Bild um Bild,
Und, die Meisterin zu preisen,
Widerhall dem Stein entquillt.
In der Kerzen selgem Scheine
Bebt der Altar feierlich,
Und gleich einem Frühlingshaine
Füllt das Haus mit Jubel sich.