Meliore bebt. Es schreiten
Tausend Bürger in den Ring,
Und mit Wut von allen Seiten
Hebet sich das Schwertgekling.
Und es sinket Reih auf Reihe
Auf dem blutgen Mordgefild,
Daß von Wut- und Wehgeschreie
Laut ertost das Wolkenschild.
Weh! da stürzen auf die Streiter
Rings Bolognas Türme hin,
Doch sie kämpfen immer weiter,
Nichts erschrecket ihren Grimm!
Zu den Füßen seinem Meister
Sinnlos hin Meliore sinkt,
Bis das Spiel der bösen Geister
Dieser in den Abgrund winkt.
Und von Schrecken ganz gebleichet
Richtet auf der Jüngling sich:
"Du hast Böses mir gezeiget,
Meister, nun entlasse mich!"
Apo spricht: "Du prophezeitest
Dieser Stadt dies Ungeschick,
Weil du sie so toll vereidest
Für Biondettens Tugendglück.
In der Wage liegen beide,
Leg dich zu der Tänzerin;
Daß dein Vaterland nicht leide,
Gebe dich der Freude hin!
Größre Wunder könnt ich zeigen —
Eines Wortes leicht Gewicht,
Eines nichtgen Blickes Steigen
Führt oft her ein schwer Gericht.
Und so stehn die Himmelszeichen:
Es erfüllt sich dies Gesicht,
Brichst du von Biondettens Zweigen
Heut die reifen Früchte nicht!" —
"Läßt so leicht vom Himmel reißen
Dieses Landes Schicksal sich,"
Spricht Meliore, "will verheißen
Eine schönre Zukunft ich!