Daß zum Falle sie gereifet,
Seh in ihren Sternen ich,
Wenn kein andrer sie ergreifet,
Nenne einen Lügner mich!" —
"Den möcht ich jetzt gleich dich heißen,"
Zürnend nun Meliore spricht,
"Solche Unschuld kann nicht gleißen,
Gottes ist ihr Angesicht!
Körner streust du; ich soll gleiten,
Aber Gott erhalte mich!
Sündflut aller Eitelkeiten,
Hier vor Gott verfluch ich dich!
Ja, gleich leicht magst du beweisen,
Diesen Himmel ernst und still
Sehest du vom Blitz zerreißen
Und von donnerndem Gebrüll;
Und die Stadt im Mondenscheine
Fülle jetzt der wilde Krieg,
Und daß jetzt, wo wir alleine,
Weit ein Feld voll Leichen lieg;
Daß Bologna ihre weite,
Hochgetürmte, feste Stirn
Niederbeuge jetzt im Streite
Vor dem himmlischen Gestirn!
Daß du doppelt kannst erscheinen,
Weil ichs sah, bewiest du mir;
Doch Biondettens Schuld verneinen,
Selbst sie sehend, würd ich dir!" —
"Malst du an die Wand den Teufel,"
Apo zu dem Jüngling spricht,
"Hält er dir auch ohne Zweifel
Zu der Malerei das Licht!"
Sprachs. Und plötzlich donnernd steiget
Um den Mond die Finsternis,
Und so weit der Himmel reichet,
Hell ein Blitz die Nacht zerriß.
Und rings durch die Stadt verbreitet
Sich ein tosend Stahlgeklirr;
Näher, immer näher streitet
Her der Stimmen Kampfgewirr.