Lebend konnts ihm nie gelingen,
In ihr Kämmerlein zu sehen,
Und er mußte, einzudringen,
Durch des Todes Pforte gehen.

Schnell die Lampe angezündet
Unter bangen Herzensschlägen!
Ach, das Herz, das sie verbindet,
Schlägt noch liebend ihr entgegen!

Balsam macht sie aus den Giften,
Die sie sonst im Tanz umgeben,
Mit der Öle süßen Düften
Ruft sie wieder ihn zum Leben.

Und sie löset ihm geschwinde
Seinen Koller überm Herzen,
Sauget ihm sein Blut gelinde
Aus der Wunde mit den Schmerzen.

Ach! und ihren frommen Lippen
Strömt die Torheit frech entgegen;
Quelle böser Zauberklippen,
Liebesgift war an dem Degen!

Auf der Brust ihm eingeschnitten
Ihren Namen liest Biondette,
Und ihr Bild, nach Liebessitte,
Hängt darauf an goldner Kette.

Doppelt ihren Schleier windet
Sie, mit Tränen ihn benetzend,
Und die Wunde sie verbindet,
Sich der Blöße nicht entsetzend.

Und sie eilt und schmückt das Zimmer,
Zündet an wohl hundert Kerzen,
In der Spiegel Widerschimmer
Gold und Silber freudig scherzen.

Ihres Putzschranks Flügeltüren
Öffnet sie mit leichten Händen,
Daß ein eitles Triumphieren
Rings entstrahle allen Wänden.

Und die falschen Götterbilder
Schmücket sie mit Flitterkränzen,
Aus dem Schoße goldner Schilder
Läßt sie seidne Röslein glänzen.