Reiherbüsche pflanzt sie flitternd
Auf des Boden Purpurdecken,
Diamantne Nadeln zitternd
Zäumt sie ein mit Federhecken.

In der Torheit Garten glimmend
Rüstet sie ein Weihrauchbecken,
Daß die Weihrauchwolken schwimmend,
Lüstern halb den Glanz bedecken.

Weh! wer hat sie so verrücket?
Alle Blumen muß sie brechen;
Wie des Wahnsinns Braut geschmücket,
Muß ihr keusches Herz erfrechen.

Schamlos tritt sie vor den Spiegel,
Ihre Brust zu Tag zu legen,
Weh! da blicket Gottes Siegel,
Die Goldrose ihr entgegen.

Doch sie ist so tief verstricket,
Nichts kann ihre Glut erschrecken,
Ihre Blöße sie entzücket,
Und sie mag sich nicht bedecken.

Und mit süß vertrauten Blicken
Sitzt sie auf des Jünglings Bette;
Weltlicher nicht konnt sie blicken,
Wenn sie nie gebetet hätte.

Und sie fühlt in allen Sinnen
Ein unheiliges Ergötzen
Wild durch ihre Adern rinnen,
Und sie muß die Zucht verletzen.

Seine Lippen, seine Stirne,
Ihren Namen ihm am Herzen,
Küsset heiß die arme Dirne
Unter suß berauschten Schmerzen.

Und in seinen Locken spielen
Ihre zarten Hände bebend,
Doch umsonst die Küsse zielen,
Seine Lippen nicht belebend.

An den Busen ihn zu drücken,
Seinen Namen laut zu nennen,
Fühlet sie ein wild Entzücken,
Doch er will sie nicht erkennen.