Weiß und rot ist, den ich minne,
Golden sich sein Haupt erhebet;
Wenn ich seinen Locken spinne,
Schwarz die Nacht den Mantel webet.
Seine Augen mich erquicken
Und die Seele mir erhellen,
Wie die Taubenaugen blicken
Zu den klaren Wasserquellen.
Wie Gewürze duftend, grüßen
Seiner Wangen Blumenzellen,
Süße Myrtenöle gießen
Seiner Lippen Rosenquellen.
Goldne Türkisringe zieren
Seine klaren Silberhände,
Elfenbeinern und saphieren
Trägt der Goldfuß seine Lende.
Und er stehet aufgerichtet,
Wie die Zedern auserwählet,
Wie der Libanon umlichtet,
Der dem Himmel sich vermählet.
Wie mein Saitenspiel, erklinget
Süß und lieblich seine Kehle,
Und zu seinen Lippen dringet
Lustberauschet meine Seele.
O, du Büschel süßer Myrrhen,
Zwischen meinen Brüsten hängend,
Sag, wo deine Schafe irren,
Sich im Mittagsstrahle drängend.
Töchter Zions, meine Bitte
Höret und den Freund mir wecket,
Schlummernd vor der Zedernhütte
Unter Rosen ausgestrecket.
Daß er blühend aufgerichtet:
Süße Freundin, zu mir spreche,
Komme her, die Gott gedichtet,
All die Rosen mit mir breche!
Sieh, verschwunden ist der Winter,
Und dahin ist Sturm und Regen,
Und die Blumen, Frühlingskinder,
Spielen schon auf grünen Wegen.