Meine Wangen lieblich flimmern,
In den Spangen, in der Kette
Sehe meinen Hals erschimmern,
Und es grünet unser Bette!
Wie die Traube Copher schwillet
Zu Engeddi in den Gärten,
Und der Lippen Kelch erfüllet,
Küß ich meinen Lustgefährten!
Zedern fest das Haus uns stützen,
Unsre Latten sind Zypressen,
In dem Schatten will ich sitzen
Und der Schmerzen all vergessen.
Unterm Schatten will ich sitzen;
Des die Seele mir begehret,
Wie der Apfelbaum bei wilden
Bäumen, ist mein Freund verehret.
Deiner Lieb Paniere schwinge
Über mir, du Hoch und Heller,
Und du Freundlicher, mich bringe
In des süßen Weines Keller!
Und mit Blumen mich erquicke,
Mich zu laben Äpfel gebe;
Krank bin ich vor Liebe; blicke,
Blicke auf, mich zu beleben!
Unter deinem Haupt die Linke
Muß dich meine Rechte herzen,
Wenn ich deinen Kuß nicht trinke,
Muß verdürsten ich in Schmerzen!
Sieh, die Honigbienen irren
In dem honigsüßen Lenze,
Und die Turteltauben girren;
Komme, mein Freund, daß ich dich kränze!
Sieh, dem Feigenbaum entspringen
Knospen; aus dem Aug der Reben
Süße Wollusttränen dringen;
Also weint mein junges Leben!
Wie in dunklen Felsenritzen
Turteltauben auf dem Neste,
Also will ich bei dir sitzen
In dem Glanz der Blütenäste.