Herr, dies Mahl laß dir gefallen
Zum Gedächtnis deines Sohnes,
Und die arme irdsche Harfe
Klinge bald am Himmelstore."

Als die Worte niederklangen,
Saß die Jungfrau stille horchend,
Ließt die Gäste munter naschen
Brot und Honig aus dem Schoße.

Und Biondetta flüstert sachte:
"Mägdlein, sieh nach deinem Korbe,
Denn das Lamm hat mit der Nase
Schon das weiße Tuch erhoben.

Kindisch horchend meiner Harfe,
Bist du um dein Brot gekommen:
Darf ich dich zu Gaste laden,
So tritt ein in meine Pforte!"

Doch nun spricht der blonde Knabe:
"Eh du gehest, fromme Tochter,
Gib drei Kerzlein mir vom Wachse,
Daß ich sie heut abend opfre.

Ich will dir ein Lied auch sagen,
Wenn ich wieder zu dir komme,
Von dem Knaben und dem Lamme
Und drei wundervollen Rosen.

Ich kenn deines Vaters Garten;
Will es Gott, so komm ich morgen."
Und sie gibt drei schön gemalte
Kerzen ihm, daß er sie opfre.

Eine rote, eine schwarze:
Und er spricht: "Für dich, du Fromme,
Ist die weiße hier — drei Farben
Will ich für drei Rosen opfern!"

Und nun wendet sich der Knabe,
Spricht: "Gedenke dieses Morgens,
Denk der Schlange und des Mannes,
Folge seinen ernsten Worten.

Daß sich unser mög erbarmen,
Der du gabst die frischen Rosen,
Die zertreten hat die Schlange,
Die den Heiland hat geboren!"